Jasper Ubben - Jasper Ubben

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Raffinierte Arrangements für ein exotisches Instrument

Jasper Ubben
Veröffentlicht von in Allgemeines · 4 Juni 2019
Das Vibraphon

Das Instrument gehört zu den sogenannten Stabspielen und ist im Prinzip der große Bruder des Glockenspieles und gehört damit ebenfalls zu den Schlaginstrumenten.

Oft denken Laien, dass es sich um ein Xylophon handelt, wenn sie mein Instrument aus der Ferne sehen und hören. Das liegt daran, dass einfache Glockenspiele gerne als Xylophone verkauft werden. Xylophon bedeutet aber übersetzt "klingendes Holz".

Auf dem Spieltisch sind Klangplatten angeordnet vergleichbar mit der Klaviatur eines Klavieres. Genau wie beim Glockenspiel sind die Platten aus Aluminium und können mit einem Pedal gedämpft werden. Beim Xylophon und dem Marimbaphon sind diese Platten aus Holz. Gespielt wird das Instrument mit zwei bis vier (in Ausnahmefällen sechs) umwickelten Schlägeln.

Den Namen Vibraphon hat es dank des sogenannten Vibratoeffekts. Dabei werden über einen Elektromotor betrieben die klangverstärkenden Resonatorröhren unterhalb der Klangplatten stetig abwechselnd geöffnet und geschlossen. Interessanterweise werden die Töne dadurch nicht nur leiser und lauter, sondern ändern auch ganz leicht ihre Tonhöhe. Dieser Effekt wird heutzutage jedoch nur noch selten angewendet, weil er die Töne ineinander verschwimmen lässt. Komplexere Musik kann dadurch intransparent werden. Gary Burton, Jazzmusiker und Vibraphon-Größe, verzichtet oft bewusst auf diesen Effekt zugunsten eines transparenten Klanges ebenso wie viele andere Vibraphonisten auch.

Obwohl es traditionell dem Jazz zugeordnet wird, gehört das Vibraphon zum Orchesterschlagwerk und hat besondere Erscheinungen beispielsweise in Leonard Bernsteins "West Side Story" oder Alban Bergs "Lulu". Wer mit gespitzten Ohren Filme und Serien verfolgt wird auch in vielen Titelmelodien die metallenen Vibraphonklänge entdecken.



Mein Instrument

Ich spiele ein Instrument vom niederländischen Instrumentenbauer Nico van der Plas. Meine Version hat einen um fünf tiefe Töne erweiterten Tonumfang. Das gibt es auch bei anderen Herstellern, ist aber recht selten. Dieser Fakt stellt mich vor tolle Möglichkeiten und spannende Herausforderungen. Um den Tonumfang meines Instrumentes optimal zu nutzen arrangiere oder komponiere ich bis auf Ausnahmen alle meine Repertoire-Werke selbst, da es fast keine Literatur speziell für mein Instrument gibt.

Meine lateinamerikanischen Arrangements mit rhythmischen Bassfiguren sind auf einem normalen Vibraphon nicht denkbar und auch im traditionellen Jazz würde der Begleitung unterhalb der Melodien nicht mehr viel Platz bleiben. Das Gleiche gilt auch für Werke die der klassischen Musik zugeordnet werden können. Meine Arrangements Johann Sebastian Bachs oder Charles Villiers Stanfords Chormusik wären auf einem "kleinen" Vibraphon so nicht möglich.*

Diese Arbeit beansprucht Zeit, die ich mir gerne nehme. Wenn ich mit einem Programm vor ein Publikum trete sind die Stücke über Monate, wenn nicht Jahre, bearbeitet, ausprobiert und neuarrangiert worden.

Raffinierte Arrangements

Meine Arrangements sind dabei im wahrsten Sinne des Wortes "raffiniert". Es gilt die Essenz aus den Stücken herauszuarbeiten, die im Original häufig von mehreren Musikern gleichzeitig gespielt werden. Dass ich die Melodie spiele ist selbstverständlich, aber welche Rhythmen und welche Begleitstimmen den Gestus und die Emotionen des Werkes am Besten wiedergeben und wie ich spezielle Vibraphontechniken einsetzen kann um meiner Interpretation eine besondere Note zu geben, steht auf einem anderen Blatt.

Diese Entscheidungen zu treffen, das Ergebnis zu erforschen und meine Interpretation einzustudieren sind das Spannende an dieser künstlerischen Arbeit. Die Künstler und ihre Werke wähle ich sorgsam aus und jedes meiner Arrangements spricht eine tiefe Wertschätzung für das Original und ihre Urheber aus.

Haben Sie mich bereits spielen gehört? Kannten Sie den Unterschied zwischen Instrumenten mit Aluminiumplatten und Holzplatten? Welches Arrangement hat Ihnen am Besten gefallen, oder welches Stück würden Sie gerne mal auf dem Vibraphon hören?

Teilen Sie es mir in den Kommentaren mit, ich freue mich auf Ihre Nachricht.

*Kollegen wie der geschätzte Oli Bott beweisen übrigens, dass sich das "kleine" Vibraphon nicht hinter dem "großen" verstecken muss.


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Gerne halte ich Sie zwei- bis dreimal im Jahr über meine Konzertaktivitäten auf dem Laufenden.
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